Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

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Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 70. Mal. 1996 wurde auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog dieser Jahrestag zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der 27. Februar ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein „DenkTag“: Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft.  

Konzentrationslager – für die Nazi-Machthaber dienten diese von Beginn an einem simplen Zweck: Andersdenkende, Juden, Regimegegner, Behinderte, Sinti, Roma, Homosexuelle uvm. zu konzentrieren und zu ermorden, mundtot zu machen. Mit welcher Grausamkeit diese dabei vorgingen lässt uns noch heute frösteln. Der ideologisch verbrämte Antisemitismus, abgeleitet aus den Rassentheorien des 19. Jahrhunderts, war ein grundlegendes Element nationalsozialistischer Weltanschauung. Für Nicht-Arier war kein Platz in deren Ideologie.  Diese wurden zu Ausgestoßenen, zu Feinden der Deutschen erklärt. Der deutschen Wirtschaft ging es damals schlecht, der Großteil der Bevölkerung musste mit dem Minimum an Versorgung zurechtkommen, die Last von Versailles lastete auf den Schultern der Deutschen, es herrschten Frust und Hoffnungslosigkeit über die schlechte Lage. Die Demokratie war noch jung und unerfahren, die Regierungen wechselten häufig, es war keine Kontinuität möglich. In dieser Zeit der Mutlosigkeit fruchtete die Hetze Hitlers gegen die Politik und das System und schlug Wurzeln. Er wollte die Deutschen wieder zu alt gekannter Stärke führen, verführerische Worte nach der Niederlage in Versailles und der Anerkennung der alleinigen Kriegsschuld Deutschland. Und es musste ein Sündenbock her, der für all das Übel verantwortlich gemacht wurde: Die Juden und Nicht-Arier und Regimegegner.

Heute, 70 Jahre später, lassen sich erschreckende Parallelen ziehen. Unserer Wirtschaft geht es noch gut, jedoch sieht es auf europäischer Ebene anders aus: Viele Länder sind zahlungsunfähig und die Zustimmung zu Europa nimmt stetig ab. Der europäische Gedanke wird auf eine schwere Probe gestellt. Immer weniger Menschen nehmen aktiv an der Politik teil, die Wahlbeteiligung sinkt. Der Fremdenhass nimmt laut Statistiken Jahr für Jahr an. Menschen gehen auf die Straße weil sie die Überfremdung Deutschlands fürchten.

Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist es umso wichtiger immer und immer wieder an die Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken und die Lehren aus unserer Geschichte in Erinnerung zu behalten und aktiv für ein weltoffenes und soziales Deutschland zu werben.

Das tut der Verein „Wider dem Vergessen“  in Marpingen an der Gedenkstätte nun erfolgreich zum 19. Mal am vergangenen Sonntag. Viele Marpinger Bürger sind gekommen um zusammen der Opfer zu gedenken und ein Kranz niederzulegen. Im Anschluss ging es auf Einladung des Vereins in die Cafeteria zum gemütlichen Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen. Wir als Sozialdemokraten treten schon seit jeher für den Sozialstaat und die Rechte der Bürger/innen ein und sind stolz darauf dass wir in Marpingen diesen Gedenktag seit Jahren gemeinsam begehen.

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