Delegiertenbericht

Mut zum Träumen, Mut zum Kämpfen – 2009 wollen wir gewinnen

Sebastian Thul bleibt Landesvorsitzender der Jusos Saarland

Auf der Juso Landeskonferenz in Nonnweiler wurde Sebastian Thul mit 90 % der Stimmen erneut zum Landesvorsitzenden gewählt. Zu seinen Stellvertretern zählen nun Eric Brandstetter (UB St. Wendel), Janis Winzer (UB Saarpfalz), Lea Grass (UB Saarbrücken Stadt), Stefan Schmidt (UB Saarbrücken Land), Maik Licher (UB Saarlouis) und Stefan Graus (UB Merzig – Wadern).

Mut zur Bildungsoffensive

Um allen Schülern/innen eine faire Chance zu geben etwas aus ihrem Leben zu machen egal welcher Herkunft, fordern die Jusos die Einführung einer Gemeinschaftsschule. Da der Anteil der Klassen mit 21 bis 25 Schülern um 34,4 % zugenommen hat und der Anteil der Klassen mit 26 und mehr Schülern sogar um 131,5%, nach dem die Konservative Landesregierung 80 Grundschulen geschlossen hat, ist es dringend notwendig die Einzügigkeit wieder einzuführen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Bildungskonzeptes der Jusos ist die flächendeckende Einführung echter Ganztagsschulen. Es wird oft davon geredet, dass die Werte, welche für eine soziale Gesellschaft enorm wichtig sind, mehr und mehr verloren gehen. Um diesem Schwund entgegenzuwirken wollen wir die Lehrpläne, um die Bereiche der Sozial- und Lernkompetenz (also die so genannten Softkills: Sozialkompetenz, Lernfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit), sowie ein begleitendes alteradäquates Kommunikationstraining ab der Grundschule erweitern. Die Ausrede, dass alles sei nicht finanzierbar, ist einfach nur beschämend, wenn man bedenkt, dass das Saarland die wenigsten Bildungsausgaben pro Schüler im Bundesdurchschnitt aufweisen kann.

Es wurden auch jede Menge andere sehr gute Anträge zu den Themen: Umwelt und Energie, Bildung und Arbeitsplätze, Rechtsextremismus, sowie Außen- und Innenpolitik verabschiedet. Zu dem war es auch in diesem Jahr wieder eine sehr schöne Konferenz mit guten inhaltlichen und emotionsgeladenen Debatten. Unsere Richtung ist: Links. Aus Marpingen waren wir mit drei Delegierten Christian Wagner, Nadine Staub(beide über den Unterbezirk St. Wendel) und Daniel Recktenwald (über die JSG – Juso Schüler/innen Gruppe) vertreten.

Daniel Recktenwald

1. Vorsitzender

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Jusos kritisieren vorgehen der Mehrheitsfraktion (CDU) im Gemeinderat

Die Jusos begrüßen den Willen eine freiwillige Ganztagsbetreuung in Grund- und Gesamtschule einzuführen. Allerdings kritisieren wir das Vorgehen der Mehrheitsfraktion (CDU) zur Beschlussfassung über die Vergabe des Trägers der diese Ganztagsbetreuung übernehmen soll. Was ist passiert? Die CDU- Fraktion hat am 19.03.2008 eine außerordentliche Sitzung des Gemeinderates einberufen, um über die Vergabe des Trägers (zur Wahl stehen Idee.on gGmbH und die SDW) zur Ganztagsbetreuung zu entscheiden. Aufgrund der vorliegenden Angebote ist es nicht möglich eine Entscheidung darüber zu treffen, welcher dieser beiden Träger das beste Konzept hat. Die Opposition (SPD) hat eine Verweisung zur weiteren Beratung zu dem zu ständigen Ausschuss beantragt, da bei dem vorliegenden Antrag noch einige wichtige Dinge nicht geklärt sind, wie z. B. ein Lastenheft in dem die einzelnen Punkte aufgeführt sind, die ein Vertrag beinhalten sollte. Der Antrag wurde von der Mehrheitsfraktion (CDU) abgelehnt, diese entschied sich dann für die SDW. Es läge denk ich auch im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, wenn wir die notwendige Zeit bekommen würden um einen Antrag auszuarbeiten bei dem letztendlich das beste Konzept auf dem Tisch liegt. Bei dem letzten Beschluss sind noch zu viele wichtige Fragen ungeklärt. Wir bitten die Mehrheitsfraktion (CDU) eindringlich darum solche Showeinlagen, in Zukunft zu unterlassen.

Daniel Recktenwald
1. Vorsitzender

G8… und der falsche Weg der CDU

G8, kaum ein anderes Thema wird in den letzten Wochen und Monaten so durch unsere Medien gescheucht wie das Abitur nach 8 Jahren Gymnasium. Von der Bild („So macht die Schule unsere Kinder kaputt!“) bis zur FAZ („Hände weg von unsern Kindern“) geht ein Aufschrei durch die Presse. Und alle sagen im Grunde das Selbe: Tragt keine Bildungspolitischen Experimente auf dem Rücken unserer Kinder aus!!! Ich frage mich an dieser Stelle: Warum kommen diese Rufe erst jetzt, wo die ersten G8-Schüler in die Oberstufe kommen? Merken die Meisten erst jetzt was G8 in Wirklichkeit bedeutet? Oder wurden die kritischen Stimmen vorher nicht gehört?

Fakt ist: G8 ist nun da! Und es ist weit weniger ausgearbeitet, als es uns noch vor einigen Jahren von der CDU versprochen wurde! Zu Anfang sprach man davon den überflüssigen oder doppelt bis dreifach vorkommenden Stoff aus den Lehrplänen zu streichen oder zu kürzen. So wollte man gewisse Themen nicht mehr bis zu fünfmal in der Schulzeit durchkauen, sondern nur noch einmal, aber dafür ausführlich (so wurde es zumindest mir und meiner Familie erklärt, als es darum ging, ob meine kleine Schwester im Gymnasium angemeldet wird, oder nicht). Tatsächlich ist es nun aber so, dass mehr und mehr Lehrer sich darüber beklagen, dass sie ihren Stoff nicht durchkriegen und so kommt es immer häufiger vor, dass Stoff einfach weg gelassen wird und die Schüler somit entweder in späteren Klassen oder im anschließenden Studium deutliche Lücken aufweisen.

War das so geplant? Hätte man sich nicht vor der Einführung von G8 ausführlich Gedanken darum machen können, an welchen stellen man den Lehrplan kürzt? Hätte man dies alles berücksichtigt, wäre es vielleicht auch nicht dazu gekommen, dass die Schüler schon sehr früh bis zu 8 bzw. 9 Stunden am Tag haben, wobei sie dann noch keine Hausaufgaben gemacht haben. Die Schüler sind quasi den ganzen Tag in der Schule, dann sollte aber bitteschön auch ein anständiges Konzept zur Ganztagsschule im gesamten Saarland her! Auch bleiben deshalb Freizeit Aktivitäten auf der Strecke, welche aber vor allem in den jungen Jahren wichtig sind, damit die Kinder und Jugendlichen auch mal abschalten können. Zudem bleibt den Lehrern bei dem vollen Stundenplan meist keine Chance auf die etwas schwächeren Schüler einzugehen und sie zu fördern. Vielmehr ist es so, dass Nachhilfeinstitute, dank der CDU, einen enormen Zulauf verzeichnen.

Nun zumindest für sie scheint G8 ein voller Erfolg zu sein. Doch was ist mit den Schülern, deren Eltern nicht genug Geld haben um sich einen Nachhilfelehrer zu leisten? Sie bleiben auf der Strecke!!! Ist es das Ziel der CDU ein Klassenbildungssystem zu schaffen, bei der nur die, die es sich leisten können, das recht auf Bildung haben??? Diese Entwicklung finde ich sehr bedenklich.

Nadja Poth
Bildungsreferentin